cat-right

Warum die Auseinandersetzung zur Windkraft mit solch heftigen Bandagen geführt wird…

In den letzten Wochen haben sich die Auseinandersetzungen um die Windkraftnutzung in der Gemeinde Weiskirchen anscheinend verschärft: die Freie Wählergemeinschaft und/oder die Bürgerinitiative hatte mehrere Klagen und Anzeigen eingereicht, Windkraftbefürworter bekamen übelste Post von offenen und anonymen Gegner, Sachbeschädigungen an Baumaschinen am Schimmelkopf sollen stattgefunden haben und in der Presse wurden durch die Gegner die immer gleichen Behauptungen von einer Schädigung des Tourismus, des Gesundheitsstandortes und der Bevölkerung in neuen Varianten leidenschaftlich und polemisch vorgetragen. Es hatte also den Anschein, dass sich die Auseinandersetzung um den Standort Wildpark für drei Windräder nun am Standort Schimmelkopf noch einmal wiederholen würde. Wer jedoch nüchtern hinschaute, konnte deutlich sehen, dass das eigentlich nicht so sein kann.

Bei allen öffentlichen Auslegungen der Genehmigungsunterlagen für den veränderten Flächennutzungsplan der Gemeinde Weiskirchen sank die Zahl der Einwendungen kontinuierlich, nicht zuletzt weil viele Bürgerinnen und Bürger, denen ein Standort Wildpark zu nah war, nun mit dem Standort Schimmelkopf keine Probleme mehr haben. Ein häufig gehörtes Argument ist: lieber Windräder als Cattenom oder Kohlekraftwerke.

Die Weiskirchener Windkraftgegner konnten im Laufe der jahrelangen Auseinandersetzungen auch den Eindruck nicht abschwächen, dass sie zwar sagen, sie hätten eigentlich nichts gegen die Erneuerbaren Energien. Sobald es aber an konkrete Entscheidungen geht, scheint das Floriansprinzip, also „Windkraft schon, nur nicht gerade bei mir“, doch eine große Rolle zu spielen. Sie wissen dabei, dass die radioaktive Belastung der Umgebung von Cattenom und die unglaubliche Gefährdung der Bevölkerung im Ernstfall, dass die Dauerbelastung der Atemluft und der Atmosphäre durch die vielfältigen Schadstoffemissionen der Kohlekraftwerke eigentlich keinen anderen Schluss als den zulassen: energisch die erneuerbaren und nahezu schadstofffreien Energien auszubauen.

Laut UN-Veröffentlichungen sagen 95% der Wissenschaftler dazu auch eindeutig, dass der Klimawandel erkennbar im Gang und von uns Menschen gemacht ist. Wenn also eigentlich kein Argument bleibt, so muss umso härter und erfindungsreicher gegen den konkreten Ausbau der Erneuerbaren vor der eigenen Haustür agiert werden.

Dass Weiskirchens Tourismus, dass der Klinikstandort und die Gesundheit der Bevölkerung bedroht seien, ist durch kein Ernst zu nehmendes Argument zu belegen. Siehe Mecklenburg-Vorpommern: Eine der ausgebautesten Windkraftregionen ist gleichzeitig eine der beliebtesten Tourismusregionen der Deutschen. Oder nehmen wir das so genannte Argument der Gesundheitsbelastung durch Infraschall. In einem Fazit des baden-württembergischen Landesamtes für Umwelt, Messungen und Naturschutz zu den Belastungen des Menschen durch Infraschall heißt es: “ Der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall liegt in deren Umgebung deutlich unterhalb der Wahrnehmungsgrenzen des Menschen. Nach heutigem Stand der Wissenschaft sind schädliche Wirkungen durch Infraschall bei Windenergieanlagen nicht zu erwarten. Verglichen mit Verkehrsmitteln wie Autos oder Flugzeugen ist der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall gering. Betrachtet man den gesamten Frequenzbereich, so heben sich die Geräusche einer Windenergieanlage schon in wenigen hundert Metern Entfernung meist kaum mehr von den natürlichen Geräuschen durch Wind und Vegetation ab.“ (Quelle: LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Postfach 10 01 63 · 76231 Karlsruhe, www.lubw.baden-wuerttemberg.de, windenergie@lubw.bwl.de)

So klar und einfach kann eine Feststellung von Fachleuten sein. Wenn man sie denn hören will. Von der Lautstärke der Gegner und der Häufigkeit von Presseveröffentlichungen her, kann man auch sicher nicht ableiten, dass in Weiskirchen „die“ Bevölkerung gegen die Nutzung von Windkraft sei. Da gibt es zum Beispiel die Tatsache, dass mehrere Dutzend Weiskirchener Bürgerinnen und Bürger Mitglied der  BürgerEnergieGenossenschaft Hochwald sind, die sich finanziell am Windpark Schimmelkopf beteiligen will. Die kontinuierlich sinkenden Eingaben gegen die Windkraft waren bereits erwähnt und die Aufregung, die die engagiertesten Gegner bei ihren öffentlichen Auftritten an den Tag legen, wird von vielen anderen Bürgern schon lange als eher unangenehm gesehen. Argumente müssen eben nicht laut, sondern gut und belegbar sein.

Wir sind überzeugt davon, dass in wenigen Jahren die Mehrheit der Weiskirchener Bürgerinnen und Bürger nur noch lächeln wird über die einst so heftige Gegnerschaft Einiger zur Nutzung der Windkraft in unserer Gemeinde.

1 Antwort : “Warum die Auseinandersetzung zur Windkraft mit solch heftigen Bandagen geführt wird…”

  1. Christian Diedrich sagt:

    Bei der ganzen Diskussion mit den Windkraftgegnern geht es nicht um die Sache selbst. Hier werden nur Argumente gegen Windkraft gesucht um dem Bürgermeister und den Befürwortern der Windkraft eins auszuwischen. Jeder will Strom haben, aber wo er herkommen soll, sagt keiner. Die Windkraftgegner wollen keine erneuerbaren Energien wie die Windkraft, aber auch keine Atomkraftwerke. Wo soll dann der Strom herkommen? Auf diese Frage werden aber keine Antworten geliefert. Da passt ein Sprichtwort: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß. Mit den Hartlinern der Windkraftgegner kann man auch nicht vernünftig diskutieren. Sie haben ihre Meinung und lassen keine andere Argumente gelten. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung. Man kann viel fordern, dann soll man aber auch vernünftige und realistische Gegenvorschläge einbringen.

Einen Kommentar schreiben zu Christian Diedrich